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Burgkhammer

Der Burgkhammer, ein Ortsteil der Gemeinde Burgk, liegt unterhalb des Schlosses am Ufer der Saale. 1366 erstmalig urkundlich in Zusammenhang mit der Verpfändung von Schloss Burgk an den Deutschen Orden in Schleiz erwähnt. Häufiger Besitzerwechsel durch Verkauf oder Verpachtung kennzeichnete die Geschichte des Burgkhammers. 1619 stand das Hammerwerk dem Verfall nahe und wurde 1620 von der Kanzel in Möschlitz zum Verkauf angeboten. 1661 durch Wasserflut vollständig vernichtet, erhielt 1685 der Besitzer die Erlaubnis das gesamte Hammerwerk an die linke Seite der Saale zu verlegen, dem heutigen Standort. Gleichzeitig wurde dem Bau eines Tunnels für den neuen Hammer zugestimmt, dieser leitet das Wasser der Saale unterhalb der Eisbrücke gegenüber der Streuobstwiese durch den Felsentunnel auf weiter unten liegende Wasserräder. So gefror das Wasser im Winter nicht und bei geringem Wasserstand im Sommer konnte der Betrieb durch das starke Gefälle aufrecht erhalten werden.

 

Mit dem Ankauf  der Trotzeburg als Baumaterial für den Burgkhammer 1700 begann der Ausbau des Ortes. Der Aufschwung der Produktion in der ersten Hälfte des 18. Jh. siedelte zeitweise bis zu 200 Einwohner an. 1708 eröffnete eine Schule. Neben den zahlreichen Produkten wie Ambossen, Roheisen zur Weiterverarbeitung, Stab- und Bandeisen, Blechen und Grabkreuze, stammen auch die kunsthandwerklich und regionalgeschichtlich bedeutsamen Platten der gusseisernen Öfen in Schloß Burgk aus der Blütezeit der Eisengießerei im 18. Jahrhundert.

 

1869 wurde die Eisenverarbeitung beendet und später das Werk als Pappenfabrik genutzt. Der Bau des Ausgleichbeckens Burgkhammer mit Sperrmauer 1932 stellte die weitere Produktion kurz in Frage. 1943 wurde das Werk durch eine Kartonagenabteilung vergrößert. In den 70er Jahren wurde auf dem Werksgelände ein Ferienlager für einen Leipziger Betrieb eingerichtet, das bis 1990 bestand. Von den einstigen Betriebsanlagen ist heute jedoch nichts mehr zu sehen.

 

Von Schloss Burgk führt ein gut ausgebauter Fuß- und Radweg (Teilstück des Saale-Orla-Wanderwegs und des Saale-Radwanderwegs) hinab in diese kleine Siedlung.